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Der Platz liegt ruhig in der Morgendämmerung, 6:00 Uhr, leichte Frühnebelschwaden überziehen das Flugfeld am Böhmen. Plötzlich eine Sirene, Motoren werden angelassen, und ein Trupp Sopwith Pup begleitet von Sopwith Camel starten gemeinsam mit einer Fokker Staffel zur Dawn Patrol…


 


Nein, so dramatisch begann das 10. Jubiläum des diesjährigen Oldtimertreffens am ersten Septemberwochenende in Bad Langensalza nicht. Gleichwohl gab es ein wunderschönes Treffen in freundschaftlicher Atmosphäre. Der Spätsommer meinte es gut mit den schon in der Woche vor dem Treffen angereisten Gästen. So waren einige der Stammgäste schon am Dienstag angereist und erfreuten sich am schönen Platz und idealen Bedingungen. Ab Freitagnachmittag wurde es dann voller, und der größte Teil der rund 50 Piloten aus allen Teilen Deutschlands sowie aus den Niederlanden war vor Ort. Mithin begann das Treffen inoffiziell für uns schon einen Tag vor dem eigentlich geplanten Start. Samstagmorgen nach einem kurzen Briefing, ging es in loser Folge mit den schönsten Flugzeugen an den Start. Aufgrund des freien Modus, mit welchem sich die Piloten die Flugreihenfolge selbst festlegten, kam jeder zum Zuge, und den Zuschauern wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. So wurden sehr seltene Muster aus den frühen Jahren der Fliegerei, wie das wunderbare „Bicyclette de Pischof“ und eine motorbetriebene Klemm L17 gezeigt.


 


Modelle aus der Zeit des ersten Weltkriegs, wie die Sopwith Pup und Sopwith Camel, sowie auch die bekannteren DH Tiger Moth‘s flogen gemeinsam und friedlich zusammen mit den Flugzeugtypen Anthony Fokker’s wie der DVI, DVII und der DVIII. Udet Flamingo, Stampe SV4E und Bücker Jungmeister rundeten die an dieser Stelle leider nicht vollständig benennbare Typenpalette der Doppeldecker ab. Ein fliegerischer Höhepunkt am Samstagnachmittag war die Doppeldeckerstaffel, bei der, ob Zufall oder nicht, zehn große Doppeldecker gemeinsam in der Luft waren. Frei nach dem Spruch: „Der Himmel verdunkelte sich, und die Spatzen mussten zu Fuß gehen“. Wegen ihres besonders großen Baumaßstabs seien hier der riesige Fokker DR1 im Maßstab 1/1,6 mit einem Abfluggewicht von 75 kg, sowie die große Klemm 20 mit über 5 m Spannweite genannt. Es ist immer wieder begeisternd, wenn die Detailverliebtheit mancher Modellbauer so weit geht, dass die gezeigten Maschinen kaum vom Original zu unterscheiden sind. Somit ist es nicht nur die Größe, die beeindruckte, sondern auch die modellbauerischen Fertigkeiten fanden besondere Würdigung.


 


Damit gelingt auch der Sprung in eine andere Ära der Luftfahrt, denn auch eine C-37 Cmelak darf ruhigen Gewissens als Oldtimer bezeichnet werden, ist sie doch älter als 30 Jahre. Und die Gezeigte war sogar komplett mit Beladekran und Personal angereist. Ein weiterer Teil der Luftfahrtgeschichte wird durch die in den Jahren 1932 bis 1950 gebauten Propellerflugzeuge repräsentiert. Die in diesem Zeitraum entstandene Vielzahl an unterschiedlichsten Mustern ist wohl einzigartig. Somit waren auch beim Treffen einige der sogenannten „Warbirds“ zugegen. Dargestellt und geflogen wurden unter anderem Chance Vought F4U, Republic P47, Messerschmitt Me 109 vs. Mikojan Gurewitsch Mig 3 aber auch Störche, Uhu’s und Gabelschwanzteufel sowie eine sehr flotte P51 Mustang in der Reno Rennversion. Darüber hinaus war der zivile Bereich dieser Epoche unter anderem durch Modelle der Junkers Ju 52, welche sich spontan in einem schönen Formationsflug darboten, eine seltenen Heinkel He 70 Blitz sowie eine wunderschöne DC3 vertreten.


 


Der Samstagabend wurde mit dem fast nun schon traditionellem Pilotenessen eingeleitet und fand bei gutem Essen, Bier und Wein einen sehr lustigen Verlauf bis in die späte Nacht hinein. Bedauerlicher Weise begann der Sonntagmorgen mit Regen, der so manch einen Piloten verzagen lies und zum Einpacken überredete. Jedoch hatten die Regengötter ein Einsehen, wodurch es am späten Vormittag aufklarte, und der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Für die teilnehmenden Piloten, die Zuschauer war dieser Flugtag in jeder Hinsicht gelungen. Auch die weitesten Anreisen hatte man gerne für das gesellige Beisammensein in Mitten des Thüringer Landes in Kauf genommen. Und was das Schönste ist: man verabredete sich bereits für das nächste Jahr, wenn es dann vielleicht doch heißt: „Der Platz liegt ruhig in der Morgendämmerung, 6:00 Uhr, leichte Frühnebelschwaden überziehen das Flugfeld am Böhmen. Plötzlich eine Sirene, Motoren werden angelassen…